Presse

Hier finden Sie Auszüge aus der Presse.

Heidesheimer Sängerverein erntet Applaus für „Chor und Humor“

25.04.2013 - HEIDESHEIM

 

 

 

(red). Als die Mitwirkenden nach gut zwei Stunden mit stehenden Ovationen verabschiedet wurden, war klar: Das Experiment war überaus gelungen. Mit „Chor und Humor“ hatte die Heidesheimer Sängervereinigung schließlich kein alltägliches Motto für ein Männerchorkonzert ausgesucht.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Albrecht Herzbach wurde von einigen Sängern deshalb einmal anschaulich demonstriert, wie zu etwas später Stunde und unter leichtem Weingenuss dieses Thema „geboren“ wurde. Eine herrliche Persiflage. Die weitere Moderation hatte Hildegard Bachmann übernommen, eine ideale Besetzung wie sich im Laufe des Nachmittags herausstellte. Mit ihren Erlebnissen als Sängerin in einem Landfrauen-Chor sowie den Anekdoten und Mundartgeschichten begeisterte die Fastnachterin die zahlreich erschienenen Sangesfreunde.

Bestechende „Singoritas“

Es machte ihr an diesem Nachmittag sichtlich Freude, ein dankbares Publikum zu unterhalten. Ein wirklicher Höhepunkt waren zudem die Auftritte der „Singoritas“, einer tollen Gesangsgruppe, bestehend aus sechs jungen Damen. Die Pianistin Kristine Stelters hatte man noch zusätzlich als Verstärkung eingeladen.

Die unter der Leitung von Christel Bieger stehende Formation beeindruckte alle Zuhörer mit ihren grandios vorgetragenen Liedern und Balladen. Herrlich beispielsweise wie sie den Klassiker „Ich will keine Schokolade“ interpretierten. Ein überaus gelungener Auftritt in einem vom Team Petra Luckas wunderschön dekorierten Saal.

Für den Männerchor galt es danach, dieses Niveau zu halten. Keine leichte Aufgabe, aber es gelang eindrucksvoll. Man begann mit einigen Spirituals. Toll das „I want to go to haeven“ mit den beiden Chorsolisten Helmut Schlitz und Christian Steiner oder das mächtige „I will praise thee, oh Lord“. Es folgten Volkslieder, darunter der „Der Hahn von Onkel Giaccometo“ und „Oh Liebe“.

Hildegard Bachmann begeistert mit ihren Anekdoten und Mundartgeschichten die Sangesfreunde.

Hildegard Bachmann begeistert mit ihren Anekdoten und Mundartgeschichten die Sangesfreunde.

Foto: hbz/Romina Hager

Zeitgenössisches zum Ende

Im zweiten Teil, nach einer kurzen Stärkung, ging es zuerst um Wein und Liebe. Das dabei der „Frater Kellermeister“ lieber am Rhein blieb und auf eine Rückkehr ins Kloster verzichtete, war verständlich. Es folgte der gelungene Abschluss mit zeitgenössischen Liedern. Wunderschön dabei das melancholische „Weit, weit weg“ aus der Feder von Hubert von Goisern oder „Solang man Träume noch leben kann“ von der Gruppe „Münchner Freiheit“.

Mit der herrlichen Persiflage „Diplomatenjagd“ und der geforderten Zugabe endete ein gelungenes Konzert. Großen Anteil am Erfolg hatte natürlich Chorleiter Hans-Joachim Schlaud, der schon weit über 15 Jahre den Chor betreut und in einer für einen Männerchor schwierigen Zeit tolle Arbeit leistet.

Quelle: Allgemeine Zeitung, 25.04.2013

Hildegard Bachmann und Billy Crash begeistern mit „Gebabbel un Mussig“

25.03.2013 - SAULHEIM

Von Thomas Thörle

Ein köstliches Vergnügen mit viel Lachmuskeltraining bescherten Hildegard Bachmann und Bühnenpartner Billy Crash den zahlreichen Zuhörern in der Sängerhalle. Beide trafen sich zu „Gebabbel un Mussig“, um vor allem ihrer komödiantischen Ader freien Lauf zu lassen. Zum Glück sprachen beide die gleiche Sprache, nämlich Rhoihessisch.

„Mundart ist die Sprache meines Herzens“, bekannte Bachmann, die sich als gebürtige „Wiissbadenerin“ outete. „Aber in Drais bin ich groß geworden“, ergänzt sie sofort. Wie immer bei ihren Auftritten warf sie auch in Saulheim ihre aparte Erscheinung in die Waagschale. Sie saß dem umtriebigen Rheinhessen-Blues-Musiker an einem kleinen, schmuck- und blumenlosen Tischchen gegenüber.

Als Autorin zahlreicher Mundart-Bücher, so erzählte sie, las sie vor „100 Kinnercher“ am Tag des Lesens in Mundart. Sie traf auf „e goldisch Mädche“, die dem Mainzer Multitalent die Frage stellte: „Wie lange hast du gebraucht, um Deutsch zu lernen?“. Die Draiserin gab in Saulheim Einblicke in ihre Kindheit: „Do hot’s alsemol Fäng (Schläge) gebb, wenn mehr Ribbelkuche beim Bäcker abhole durften und unnerwegs die größe Ribbele gefuttert hatten.“ Auch erinnerte sie sich, dass Draiser Kühe „besonnerst guud“ Milch gegeben haben.

Diese Erinnerungen münzte Billy Crash für seine musikalischen Einlagen um. „Die Mama backt en Kuche un de Babba killt e Hinkel“ singt er, wobei die Zuhörer auch zum Mitsingen kamen.

Gesungenes Bekenntnis

Martin Kijaszek, wie Billy Crash mit bürgerlichem Namen heißt, ist bekennender Stadecken-Elsemer, obwohl er eigentlich in Kastel aufgewachsen ist. Kein Wunder also, dass ihm ein gesungenes Bekenntnis zu Mainz über die Lippen kam, die man angesichts seines üppig wuchernden Bartes allerdings nicht zu sehen bekam. „Wenn ich de Gockel uff de Domspitz seh, do waas ich nur eens – ich will noo Meenz“, so die Textzeile des Songs.

Billy Crash, unter anderem mit dem Musical „Vollmonddaache“ bekannt geworden, wechselt munter in seinem Instrumentarium von Gitarre zur Mundharmonika, ja bisweilen auch zur Nasenflöte, und wieder zurück. „Du machst mich fertisch“, befand Hildegard Bachmann, die damit den Titel des Mundart-Abends in Saulheim zitierte. „Richtisch fertisch“ hatte sie indes die Teilnahme an einer türkischen Hochzeit gemacht, die mit einem Kohldampf im Magen endete. Das Publikum tobte.

 Quelle: Allgemeine Zeitung, 25.03.2013

Hildegard Bachmann berichtet von Fernsehfastnacht

30.01.2013 - HOCHHEIM

(red). Wie geht es einer bekannten Fastnachterin vor ihrem Auftritt in der Fernsehsitzung? Das konnten die Besucher der närrischen Weinprobe des Volksbildungswerks aus berufenem Mund erfahren: Hildegard Bachmann war auf Einladung von Angelika Kohl ins Weingut Mitter gekommen und sorgte für einen unbeschwerten Abend.
Die Frohnatur aus dem Mainzer Stadtteil Drais verstand es auf ihre liebenswerte, „stoisch-bachmännische“ Art, Lacher am laufenden Band zu provozieren.

Hildegard Bachmann war wieder gern gesehener Gast in Hochheim, diesmal im Weingut Mitter.
Martin Mitter schenkte dazu hervorragende Weine aus und passte sich mit lustigen Sketchen dem fastnächtlichen Kokolores an. Hildegard Bachmann, berühmt durch ihre Büttenreden, ließ auf gekonnt witzige Weise einen Rentner zu Wort kommen, und bei ihrer Dicht- und Reimkunst über ihren Hund Willi blieb kein Auge trocken. Genauso witzig war auch ein Kapitel, das sie aus einem ihrer Bücher las, wenn auch mit ernstem Hintergrund. Nachdem sie schon viele Jahre bei der Mainzer Fassenacht aufgetreten war, kam ein Angebot - oder besser gesagt, der Befehl - sie werde bei der Fernsehfastnacht dabei sein. Lampenfieber, Schlaflosigkeit und Bauchschmerzen waren die Folge. Nachdem sie sich vor der Sendung dank Bachblüten-Notfalltropfen etwas beruhigt hatte, kam noch der aufmunternde Hinweis: „Denk dran, Millionen schauen dir zu!“ Nach dieser Strapaze schwor sie sich: „Nie wieder!“, und doch überlebt sie die Auftritte Jahr für Jahr.

 Quelle: Allgemeine Zeitung, 30.01.2013

 

Mainz: Hildegard Bachmann präsentiert neues Mundart-Buch „Die Allerscheenst“

05.05.2012 - MAINZ

Von David Weber

Die Zuhörer lachen viel. Hildegard Bachmanns Geschichten aus dem neuen Buch „Die Allerscheenst“ sind lustig. Der Einstieg mit den Rammelsbacher Landfrauen zum Beispiel, die zu spät ins Theater kommen und sich beim Othello entschuldigen. Die kurzen Erzählungen (zwei bis zehn Seiten) sind aber bisweilen auch sehr nachdenklich. Bei der Lesung in der Mainzer Kunsthalle erzählt die Urfassenachterin vom „Unkel Paul un die Tonte Hilde“, einem alten Ehepaar mit seinem geordneten, langsamen Tagesablauf.

Hildegard Bachmann. Archivfoto: HBZ / Stefan Sämmer

Das Publikum nickt immer wieder zustimmend. Das ist eine Geschichte aus dem Leben, die sich mit den eigenen Erfahrungen deckt. Jeder kennt solche alten Leute, die ihr Leben trotz aller Herausforderungen, die das Alter bietet, zu meistern verstehen.

„Das ist sehr lebensnah“, sagt Gertrud Theisen, die mit einer Freundin zur Lesung in die Kunsthalle gekommen ist. Für sie selbst ist es gar nicht so einfach, Bachmann zu folgen. Das Buch wie die Lesung sind klassisch in Mundart gehalten. „Ich bin keine gebürtige Mainzerin“, erklärt Theisen. Wo es Probleme gibt, hilft ihre Freundin Renate Block: „Ich hab’ manchmal übersetzt.“ „Nebberm Kohleherd hot se uff em Stuhl gehockt und genockelt“, liest Bachmann. Klar? Gemeint ist das „Middachsschläfche“, das sich die „Tonte“ während der langen Hausarbeit gegönnt.

„Fassnacht frieher“

„Man sieht dieses Ehepaar wirklich vor sich, das erinnert mich an meine eigenen Großeltern“, sagt Brigitte Poths, die Bachmann schon sehr lange schätzt. „Diese Art, wie sie erzählt, wie sie auf die Menschen zugeht und sich in sie hineinversetzt“, findet Poths klasse. Besonders gerne erzählt Bachmann, was sie selbst miterlebt hat. „Fassnacht frieher“ ist so eine Erzählung. Die kleine Hildegard zog in Drais von Haus zu Haus – während die große Hildegard die Geschichte liest, wackelt sie aufgeregt mit den Beinen.

Quelle: Allgmeine Zeitung, 05.05.2012

 

ARD/SWR 13.01.2009
Quelle: ARD/SWR, 13.01.2009